13. Oktober 2018

Warum Mensch, tust du mir das an?


Seit einiger Zeit lebte ich im Keller in St. Gallen. Ja, so auf einer Matratze. Allein. Am Anfang war alles ja ok. Auch die noch trockene Matratze. Aber nach kurzer Zeit, war diese nass. Ich durfte zum pinkeln nicht nach draussen gehen. Schon garnicht auf die Matratze durfte ich pinkeln. Ja ich hab meine Blase festgehalten, aber trotzdem tropfte es ab und zu. Das tut mir wirklich so leid, das wollt ich nicht. Ich wollte doch nur das du mich liebst.

Nun ja, ich war da noch 3 Monate alt. Ab und zu bekam ich Essen. Wasser auch nur selten aber es reichte um nicht zu sterben. Ja klar, es war nicht viel, aber weisst du wie ich mich auf das gefreut hab? Der kleine Happen, der mich am Leben hielt. Womöglich wäre ich ohne die paar Krümelchen täglich schon länger tot. Was mir mittlerweile bald lieber gewesen wäre, als täglich zu kämpfen. Zuerst Kampf um Liebe und Aufmerksamkeit. Dann um zu gefallen. Und der Kampf ums Essen. Mittlerweile der Kampf, ums überleben und gegen die Körperlichen Beschwerden.
Nach langer Zeit fand mich eine liebe Frau namens Natascha im Keller. Sie streichelte und kuschelte mich, obwohl ich grässlich nach meinem eigenen Urin stank. Klar, es fühlte sich toll an,dieses streicheln, aber womit hab ich das verdient? Ich wollte ihr vertrauen, aber wie?
Sie holte mich heraus und packte mich ins Auto. Ich hatte fürchterliche Angst. Trotzdem fiel mir auf, die Welt scheint nicht nur aus Dunkelheit zu bestehen. Als wir anhielten, nahm sie mich in die Wohnung von Naty. Sie stand da, mit Wut im Bauch. Die Tränen hielt sie zurück. Kaum abgeleint rannte ich durch die ganze Wohnung, um nach essbarem zu suchen. Sie gab mir ein Happen. Auch wenn ich solch ein Loch im Bauch hatte, war der Happen schon fast zuviel für meinen Körper. Am nächsten Tag ging sie mit mir in die Tierklinik. Der Tierschutzbund Innerschweiz übernimmt die Kosten. Also könnte es eigentlich nur aufwärts gehen, hätte ich nicht eine solche Angst. Meine Muskulatur ist so schwach, liegen traue ich mich fast nicht. Ob ich wieder hoch komme?
Ich hatte solche Angst. Vergass zu atmen. Die Ärztin meinte, das ich dringenst eine Infusion brauche. Ich bin jetzt 13Kg. Normal sollte ich min. 25Kg sein. Mein Allgemeinzustand gefiel der Ärztin garnicht, so das sie Naty riet, mich ein paar Tage in der Klinik zu lassen. Es fühlt sich alles so leer an. Was wollen diese Leute von mir? Ich hab Angst. Auch wenn sie mir versprochen hat, dass sie mich wieder holt.
Ich hab Angst. Eigentlich sollte ich Tot sein. Aber ich kämpfte und nun weiss ich auch wofür

Besitzerin V. B. bekam eine Anzeige! 

Nach fünf Wochen war er stubenrein und hatte kaum mehr Angst vor den Menschen. Naemi trainierte sehr viel mit ihm.
Naty

30. Juni 2018

Eine Dame kontaktierte mich. Sie habe seit drei Tagen ein Kitten, welches nicht bei Mami trinken würde. Eigentlich wollte sie, dass die Natur das selber regelt. Da das Kitten heute morgen aber noch immer lebe, würde sie es mir gerne übergeben. Falls das Kitten überleben sollte, würde sie es dann wieder zurück wollen. Die Kosten vom Tierarzt usw wolle sie aber nicht bezahlen, da sie ja nicht um diese Hilfe gebeten habe. Trotzdem machte ich mich sofort mit dem Kitten auf den Weg in die Tierklinik. Nach der Infusion von der Ennetseeklinik für Kleintiere AG übergab ich das schon sehr schwache Kitten bei Manuelas Mutter Margot von Katzenfreunde Schweiz. Wir haben alle gebetet. Leider hat es die Nacht nicht überlebt. 

Naty


14. Juni 2018

Jemand markierte mich in Facebook. Als ich dies gelesen hab, machte ich mich sofort auf den Weg dort hin. Bea begleitete uns, aber jede Suche war erfolglos. Wir fragten die Landwirte und Spaziergänger. Der eine Bauer schütteöte den Kopf, lachte uns aus und fragte mich, ob ich nichts besseres zu tun habe, wie eine elendige Katze zu suchen. Er habe sie schon Jahre gesehen an der Strasse. Sei aber nicht sein Problem. Ich lächelte und bedankte mich. Nach langer Zeit, viel Aufwand und viel Sorgen bekam Bea plötzlich den erlösenden Anruf. Ein anderer Bauer sah die Katze auf seinem Hof. Sie schlief tief und fest. Bewegte nichtmal mehr die Ohren. Ich konnte sogar die Box über ihn legen, ohne zucken. 

Nach dem Tierarzt durfte Akiro zu Sandra ziehen. Petra und ich waren überzeugt, besser könnte er es nicht haben. Leider wurde er nie ganz fit. Jedoch hätte er ein schöneres Katzenleben wie bei Sandra, niemals haben können. 

Am 4. August 2019 starb Akiro. 

Wir haben dich alle geliebt. 

Bea, Michael, Petra, Sandra & Naty